MONDENBLUT

In einem dunklen Wald bin ich
an den Boden gekettet
Ich trage ein Herz, das nicht schlägt
Durch eine unbeschreibliche Qual
bin ich der Lüge versklavt
Mein Weg in die Unruhe hat mich
innerlich verbrannt
Die Tränen meiner Opfer löschen mich
Das absurde Gefühl der Verachtung
bringt mich dazu, vor Traurigkeit zu ersticken
Ich halte entsetzliche Werkzeuge,
um den menschlichen Leib langsam zu zerfleischen
Verloren in Gedanken, im Schein eines Sternes
schneide ich mit blutigen Scherben
durch die bleiche Haut
Hastend durch eine unangenehme Moral
harre ich einem unbestimmten Ende entgegen
Unschuldige Dulder schmachteten der Folter,
den Tod erwartend
Mit Trauer in meinen Tränen
erbitte ich Trost
Auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit
bin ich weggetrieben von der Zeit
Meine Leidenschaft frißt jegliche Vernunft
Objekte lösen sich vom zerfallenen Körper
Und ich höre meinen ersten Herzschlag

Nadine Groitzsch