IM MONDENLICHT
Hoch über den Wolken im blauen Klar des Himmels
hoffe ich, meine Sehnsüchte stillen zu können
Ein Verlangen nach der Rauheit des Windes,
der Schönheit einer Blume
oder der einfachen Leichtigkeit einer Feder
Ich möchte nur einmal die Schwingen eines Adlers spüren,
der weit über den Gipfeln schwebt,
möchte die wunderbarste Stimme der Welt hören
Flüsternd weist sie mir den Weg, der zu einer Heimat führt
In der tiefschwarzen Nacht folge ich den Gestirnen
Die Berührung des Lichtes ist wie eine Liebe,
die ich niemals kannte,
die mein Herz heilt und durch mich strömt
Der Mond weiß unendliche Geschichten zu erzählen
Ich heule ihn an, in der Hoffnung,
daß er sie preisgibt
Erkenntnisse, die älter als die Sterne sind,
getragen vom wilden Wind auf dem immerwährenden Fluß
durch die Geschichte
Wie ein Blatt im Fall legen sie sich sacht
hernieder auf die Menschheit
Geheimnisse, die in ewigen Kreisen irren,
ohne ihr Mysterium zu verlieren
Wird mein Herz weiterleben, wenn ich es mir aus der Brust reiße ?
Ich bin verwundet, aber noch nicht zerbrochen
Hör, wie eine Violine spielt
Niemand kann sie sehen, doch fühlst Du ihre Sinfonie
Tanz mit mir,
auch wenn Dich meine Fratze schreckt
Sing mit mir,
auch wenn Dich meine Stimme ängstigt
Bleib bei mir,
auch wenn Du weißt, daß es kein Morgen gibt
Hier, mein Herz, kannst Du nun ruhen
Im fahlen Mondenschein
Ich lege Dich nieder in grasgrünes Naß
Atme tief die Freiheit ein
Spreng alle Ketten, die Dich einengen
Warte geduldig auf die Zeit, in der Du nicht mehr bluten mußt
Und der Mond spielt immerfort sein Lied
Nadine Groitzsch